Die Todsünden der Schulungsplanung

Das 1. Quartal 2018 neigt sich dem Ende zu und so langsam nehmen die Projekte des Jahres Fahrt auf. Wird es in diesem Jahr Änderungen in den Produktionsprozessen geben? Eine neue Anlage? Realisierung von Ressourceneffizienzpotenzialen?

In Jedem Fall ist es Zeit die Qualifizierung der betroffenen Mitarbeiter zu planen. Die Maßnahmen sind je nach Methode, Ziel und Ausgangsqualifikation der Mitarbeiter zeitintensiv.

Bevor die organisatorische Form der Qualifizierungsmaßnahmen festgelegt wird, erst einmal zurück an den Start. Die Todsünden  der „Schulung“ :

  1. Obwohl die Mitarbeiter später verschiedene Aufgaben und Verantwortlichkeiten haben, erhalten alle die gleiche Schulung. Sollen die Mitarbeiter sich doch raussuchen was sie später brauchen!
  2. Keine Rücksicht auf unterschiedliches Vorwissen.
  3. Unsere Mitarbeiter haben alle eine Facharbeiterausbildung, da muss nicht mehr viel Wissen vermittelt werden. Gehen Sie ganz kurz in sich: Sie haben selbst eine Formalqualifikation und wie viel davon wenden Sie in Ihrer Tagesarbeit an? Wie wäre es wenn Sie plötzlich auf jahrelang nicht mehr angewendetes Wissen zurückgreifen sollen?
  4. Die Mitarbeiter haben seit ihrer Ausbildung keine konzentrierte Lerneinheit mehr gemacht. Bei einem 1-tägigen Seminar wird schon genügend hängen bleiben
  5. Was antworten Sie auf die Frage welches Ziel die Maßnahme(n) haben soll? Kommt da ganz schnell eine Aufzählung was die Mitarbeiter KÖNNEN sollen? Können erlangt man nicht im Klassenzimmer. Eine Schulung, die Wissen vermittelt wird nicht automatisch KÖNNEN erzeugen.

Um die Todsünden und Fallstricke bei der Qualifizierungsplanung zu vermeiden, finden Sie im Download einige Leitfragen.

Betroffene zu Beteiligte machen

Ein schon recht alter Spruch, der zwar immer wieder zitiert wird, aber selten in der Realität angewendet wird. Gerade die Planung von Weiterbildungsmaßnahmen vor dem Hintergrund einer großen Veränderung im Arbeitsalltag der Mitarbeiter schreit nach der Einbindung der Mitarbeiter.

Auch bei langjährigen Mitarbeiter, die erfolgreich ihre Tagesarbeit erledigen, können sich Bedenken ergeben:

  • Schaffe ich die neuen Anforderungen?
  • Warum muss sich was ändern? Wir sind doch erfolgreich.
  • Wem nützt das neue eigentlich?
  • Wieso muss ICH was Neues lernen?

Natürlich können sich die Personalverantwortlichen im Büro zusammensetzen und die Weiterbildung planen. Die Einbindung der betroffenen Mitarbeiter in diesen Prozess verspricht mehr Akzeptanz und macht aus Betroffenen „Beteiligte“ und führt zu einer effektiveren Maßnahme. Hierzu bietet sich ein Workshop an, der viel Raum für Erfahrungsaustausch und informelles Lernen bietet. Kein PowerPoint- Vortrag, kein Klassenzimmer sondern beispielsweise ein Worldcafe, eine Eckendiskussion oder ein Parcour. Das sind gut investierte 4 Stunden.

Ich hoffe das Osterei hat Sie inspiriert ausgetretene Pfade zu verlassen. Hier geht es zum Download

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2 Antworten

  1. Hi,
    die Idee die Mitarbeiter auch in die Planung von Schulungen einzubeziehen finde ich zwar gut, kann ich mir aber in der Praxis nicht vorstellen.
    Gibt es da noch ein konkretes Beispiel?

    Gruß
    Manfred Meier

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