{"id":49,"date":"2010-03-01T10:20:56","date_gmt":"2010-03-01T10:20:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heitec-umwelttechnik.de\/Wordpress\/?p=49"},"modified":"2010-03-01T10:20:56","modified_gmt":"2010-03-01T10:20:56","slug":"thema-spulwasser-schon-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heitec-umwelttechnik.de\/wordpress\/thema-spulwasser-schon-wieder\/","title":{"rendered":"Thema Sp\u00fclwasser, schon wieder?"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Sp\u00fcltechnik ist seit den 80 iger Jahren umfassend behandelt und untersucht worden. Besonders die mathematischen Modelle zur Berechnung von Verschleppungen sind immer feiner geworden.  Treffen aber immer noch nicht in allen F\u00e4llen die galvanotechnische Realit\u00e4t<\/p>\n<p>Wir werden in loser Reihenfolge Artikel zum Thema ver\u00f6ffentlichen und Ihnen soweit rechtlich m\u00f6glich die entsprechende Hintergrundliteratur zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p><strong>Warum schon wieder das Thema \u201eSp\u00fclen\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Weil noch immer in vielen K\u00f6pfen die 80 iger und 90 iger mit den \u201eWassersparma\u00dfnahmen\u201c sind. Die damalige Fokussierung auf die Einsparung der Ressource Wasser hat in vielen F\u00e4llen weder die Notwendigkeiten der vorhandenen Galvanoanlage und schon gar nicht die verfahrenstechnischen M\u00f6glichkeiten der Abwasseranlage ber\u00fccksichtigt. Viele der damals getroffenen Ma\u00dfnahmen haben ihr Ziel verfehlt, weil sie singul\u00e4r und nicht im Gesamtprozess betrachtet wurden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Beispielsweise die Idee das Sp\u00fclwassers nach den Beschichtungsb\u00e4der wieder zum Sp\u00fclen in der Vorbehandlung einzusetzen. Neben dem Verschlammen der Vorbehandlunsgsp\u00fcle, der immens erschwerten Fehlersuche bei Beschichtungsfehler, wurde grunds\u00e4tzlich nur das Wasservolumen betrachtet. Das \u201evorgebrauchte\u201c Sp\u00fclwasser hatte aber nur noch eine geringe Aufnahmekapazit\u00e4t und war hochaufgesalzen. Erst recht wenn man vom Beschichtungsbad \u00fcber die Beize, dann die elektrolytische Entfettung schlie\u00dflich die Sp\u00fclen nach der Hei\u00dfentfettung erreichte war der Salzgehalt schon so hoch, dass die Ware nicht gesp\u00fclt sondern verschmutzt wurde.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr den undifferenzierten Einsatz von Kreislaufanlagen. Kreislaufanlagen wurden direkt von Standsp\u00fclen geschaltet oder nach nur 1 Flie\u00dfsp\u00fcle. Die max. Zulaufkonzentration von 20 ppm ionogener Stoffe wurde h\u00e4ufig vernachl\u00e4ssigt. Da zus\u00e4tzlich das Verh\u00e4ltnis von erzeugtem Reinwaser zur Eluatmenge auch nicht ermittelt wurde, waren die Kreislaufanlagen teilweise Geldvernichtungsanlagen. Zu Unrecht sind Kreislaufanlagen deshalb als \u201ekostentr\u00e4chtig\u201c verdammt worden.<\/p>\n<p>Wie so h\u00e4ufig im Leben sind die schlechten Beispiele dieser Zeit im Ged\u00e4chtnis geblieben. Deshalb ist es notwendig immer wieder darauf hinzuweisen, dass heute nicht das \u201eWassersparen\u201c im Vordergrund steht, sondern die prozessorientierte Wassereinspeisung. Also soviel Sp\u00fclwasser wie n\u00f6tig f\u00fcr den Prozessschritt, aber auch kein \u201eErtr\u00e4nken\u201c der Sorgen UND eine Abwassertechnik, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten das so entstehende Abwasser auch behandeln kann.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Anhaltspunkt sind die Sp\u00fclkriterien. Irgendwo muss man ja anfangen.<\/p>\n<p><strong>Sp\u00fclkriterien<\/strong><\/p>\n<p>Um den Sp\u00fclprozess zu beschreiben sind im 1. Schritt die Sp\u00fclkriterien entstanden. Das Sp\u00fclkriterium ist das Verh\u00e4ltnis der Aktivbadkonzentration zur Konzentration des Leitparameters in der letzten Sp\u00fcle. Beispiel Nickel. Im Aktivbad 60 g\/l in der letzten Sp\u00fclen sollte sich dann nur noch 1\/5000 stel dieser Konzentration, also 0,01 g\/l.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn die von Galvanoexperten ver\u00f6ffentlichten Sp\u00fclkriterien eine gro\u00dfe Spannweite  haben, sind sie n\u00fctzliche Anhaltspunkte, insbesondere bei der Konzeption neuer Anlagen.<\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Prozessstufe<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\"><strong>Charakteristische Sp\u00fclkriterien<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Hei\u00dfentfettung<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">35   \u2013 100<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Elektrol. Entfettung<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">100   \u2013 200<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Dekapieren<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">100   \u2013 500<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Verkupfern, Verzinken, Verzinnen<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">1.000   \u2013 3.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Vernickeln<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">5.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Verchromen<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">10.000   \u2013 100.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"243\" valign=\"top\"><strong>Elektrol.   Beizen und Polieren<\/strong><\/td>\n<td width=\"161\" valign=\"top\">100.000   \u2013 1.000.000<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><em>Winkler,L :Sp\u00fclen-Qualit\u00e4tssicherung und Umweltschutz, Galvanotechnik 85 (9) (1994) S 3001-3006<\/em><\/p>\n<p><strong>St\u00f6rgrenzkonzentration<\/strong><\/p>\n<p>Die Sp\u00fclkriterien mit ihren gro\u00dfen Spannweiten, sind aufwendig ermittelt worden. Aufgrund der gro\u00dfen Spannweiten gibt es auch keinen Anpassungsbedarf, obwohl sich die Zusammensetzung der Elektrolyte in den organischen Bestandteilen ver\u00e4ndert hat. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen m\u00fcssen die Sp\u00fclkriterien mit den Erfordernissen der St\u00f6rgrenzkonzentrationen, die sich durch die Weiterentwicklung der Elektrolyte ergeben, kombiniert werden.<\/p>\n<p>Ein sch\u00f6nes Beispiel hierf\u00fcr ist die Natriumpersulfat-Dekapierung vor einem Nickelelektrolyten. Das Sp\u00fclkriterium f\u00fcr Dekapierungen liegt bei 100 \u2013 500. Dies ber\u00fccksichtigt die Empfindlichkeit des Nickelelektrolyten gegen Persulfat nicht. An diesen Stellen m\u00fcssen prozessbezogene Sp\u00fclkriterien  entwickelt werden.<\/p>\n<p><strong>Entwicklung von prozessbezogenen Sp\u00fclkriterien<\/strong><\/p>\n<p>Das klingt aufwendiger als es ist. In den meisten Galvanobetrieben ist das notwendige Wissen vorhanden. Sonst w\u00fcrde ja auch keine einwandfreie Ware produziert. In der Regel geht es um die Methoden sich langsam der stoffverlustminimierten Prozesstechnik zu n\u00e4hern OHNE Angst um die Beschichtungsqualit\u00e4t zu haben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss im Betrieb eine Motivation zur Weiterentwicklung vorhanden sein. Aus einem \u201eDas haben wir schon immer so gemacht!\u201c muss langsam ein \u201eLassen Sie uns es einmal probieren werden!\u201c<\/p>\n<p>Jeder, der sich in der Galvanotechnik auskennt, wei\u00df eine solche Umstellung geht nicht von heute auf morgen und kann auch nicht befohlen werden. Als Einstieg, um Vorgehensweisen und Methoden kennen zu lernen sind Tools wie der<a href=\"http:\/\/www.effnet.de\"> EffCheck<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www.efanrw.de\">PIUS-Check<\/a> oder ein <a href=\"http:\/\/www.demea.de\">VerMat-Projekt <\/a>gut geeignet.<\/p>\n<p>Probieren Sie es!<\/p>\n<p>Literatur Tip. Das Projekt &#8222;<a href=\"http:\/\/www.10galvaniken.de\/Projekt\/Projektphilosophie.html\">10 Galvaniken<\/a>&#8220; ist eines der umfangreichsten der letzten Jahre zum Thema Minimierung von Stoffverlusten. Hieruas sind die 6 Praxisleitf\u00e4den entstanden. der Praxisleitfaden 2 besch\u00e4ftigt sich mit dem Thema Sp\u00fcltechnik.<\/p>\n<p><code>[Download nicht gefunden.]<\/code><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Sp\u00fcltechnik ist seit den 80 iger Jahren umfassend behandelt und untersucht worden. Besonders die mathematischen Modelle zur Berechnung von Verschleppungen sind immer feiner geworden. 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