Die Wertschöpfungsverluste durch unprofessionelles Projektmanagement werden in deutschen Unternehmen auf 3 stellige Milliardenbeträge geschätzt. Die EBS Reichartshausen hat belegt, dass 50% der Mitarbeiter in Innovationsprojekten auf diese spezielle Aufgabe nicht vorbereitet werden.

Die Linienorganisation von Wirtschaftsunternehmen ist auf die Optimierung bekannter Aufgaben und eingespielter Arbeitsweisen zugeschnitten, um ein marktgerechtes Kostenniveau zu halten. Denn der Zweck eines Unternehmens ist die Leistungserstellung und Vermarktung. Deshalb kommen standardisierte Routineprozesse, die sogenannte Linienarbeit, zum Tragen. Ein Projekt ist jedoch ein einmaliges Vorhaben, das andere Strukturen erfordert.

Grössere Vorhaben, die nicht zum Kerngeschäft der Firma zählen, werden ohne entsprechende organisatorische Vorkehrungen rasch unüberschaubar und ziellos. Zusätzlich überwuchern ohne genaue Verantwortungszuweisung und laufende Erfolgskontrolle die Tagesnotwendigkeiten das zielgerichtete Vorgehen. Zeit und Kosten laufen aus dem Ruder.

Die Frage nach dem Nutzen eines externen Projektmanagements taucht immer wieder auf. Nur ist die Antwort in der Regel schwierig, da es an Vergleichsmöglichkeiten fehlt. Wenn ein Projekt fälschlich als Linienaufgabe abgewickelt wurde, kann man am Ende schlecht sagen, mit einem geeigneten Projektmanagement wären genau die oder jene Kosten eingespart worden. Untersuchungen an vergleichbaren Projekten mit und ohne Projektmanagement haben jedoch gezeigt, dass zu Beginn eines Projekts Mehrkosten von ca. 5% entstehen, daraus resultiert eine Kosten- und Zeitersparnis von ca. 20%.